Die Chiesa di San Rocco ist eine Kirche in Lugano. Lugano scheint eine Vielzahl an Kirchen zu beherbergen und wenn man die Kirchenkunst mag und gerne fotografiert, dann ist das ein Paradies.
San Rocco oder auf deutsch der heilige Rochus, genießt in Lugano eine besondere Verehrung. Dies kann man der Tatsache zuordnen, dass das Tessin außerordentlich von der Pest heimgesucht wurde – mehrmals. San Rocco ist also der Heilige, welchen man gegen die Pest angerufen hatte. Man erkennt ihn leicht an Wunden, bzw. einer Wunde am Bein, oft ein Muschelsymbol am Körper zeigend. Da der heilige Rochus, also der italienische San Rocco, auch oft mit Hunden dargestellt wird, gilt er auch als der Schutzheilige der Hunde.

Mit der Finger deutet er darauf: dies ist meine Pestwunde. Die Kirche wurde ja 1528 aufgrund eines Gelübdes der Luganeser während einer Pestepidemie erbaut. Deshalb auch die Widmung des heiligen Rochus. Zuvor stand hier die Struktur einer 1349 erbauten Kapelle, welche dem heiligen Blasius geweiht war. Da das Tessin aber von verschiedenen Pestepidemien heimgesucht wurde, hielt man diese Änderung wohl für ratsam.
Lage der Chiesa di San Rocco
Hier ein Ausschnitt von Open Street Map zur Lage der Kirche.
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Auch im Christentum sind viele Kirchen in West nach Ost Richtung ausgerichtet. Hintergrund war, die Kirche von der dunklen Seite aus zu betreten und dann am Altar ins Licht der aufgehenden Sonne zu schauen. So war oft der Eingang im Westen und z.B. der Hochaltar im Osten des Gebäudes. So auch die Chiesa di San Rocco.
Innenansichten

Ich persönlich komme an keiner Kirche hier vorbei, ohne zumindest reinzuschauen. Dieser künstlerische Aufwand in den Kirchen hier ist fantastisch.

Nach meinen Ausführungen oben solltet ihr jetzt in der Lage sein, den gezeichneten Mann als Rochus zu identifizieren. Gut, er hat mehrere Pestwunden und eine am anderen Bein – aber, halten wir uns nicht an solchen Kleinigkeiten auf.

Manchmal bin ich versucht zu denken, dass die kleinste Kirche hier, die größten und bekanntesten in Deutschland in den Schatten stellen.

