Das Fischerdorf Gandria liegt östlich von Lugano und ist auch autofrei. Allerdings kann man mit dem Bus bis zur Kirche fahren und dann runterlaufen. Es ist wie überall hier: Stufen und Steilhänge. Hier die Lage in Openstreetmap.


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Wir sind mit dem Kleinbus per Ticino-Ticket dort hingefahren. Vier Besucher, plus Busfahrer. Wie immer, mit dem Ticino-Ticket, vom Hotel erhalten, kostenlos. Selbst solche kleinen Busse und wenig frequentierte Linien, der Bus fuhr auf die Minute pünktlich ab.

Geschichte Gandrias

Gandria wird heute ganz selbtsverständlich als Fischerdorf bezeichnet. Nun, das war nicht immer so! Ursprünglich hieß das Dorf Gandrio und wurde um das Jahr 1237 erstmalig in den Archiven des Bischofs von Como erwähnt. Dieses Dorf befand sich weiter oben am Monte Brè. Vermutlich um dem Fischfang einfacher nachkommen zu können, zog das ganze Dorf bis 1335 runter an das Ufer des Luganer Sees. Heutzutage sollen wohl um die 285 Menschen in Gandria wohnen. Das Dorf ist stark touristisch ausgerichtet.

Ankunft in Gandria

Der Vorplatz der Kirche ist zugleich der Wendeplatz des Busses. Von hier ab geht es nur zu Fuß weiter. Direkt unter dieser Riesenagave ausgestiegen, die dort majestätisch in der Wand hängt.

Wand-Agave

Von hier aus hat man einen Blick auf das darunter liegende Dorf.

Blick Richtung See
Blick Richtung See

Aber, auch oberhalb des Wendeplatzes gibt es Häuser.

Frühstück auf dem Balkon

Wenn man sich dann den engen Gassen zuwendet, dann kommt man an einem nicht vorbei – und das ist die Kirche. Diese Dorfkirche in Gandria ist dem Heiligen Vigilius gewidmet, einem Bischof von Trient, welcher der Sage nach zu Tode gesteinigt wurde.

Chiesa di San Vigilio

Was hatte der Bischof denn angestellt, dass er zu Tode gesteinigt wurde? Nun, er war als Glaubensbote im Trentino unterwegs und missionierte die Bevölkerung. Das Val Rendena wurde ihm dann zum Verhängnis. Dort lebten noch viele Heiden, welche eine Statue verehrten, die dem Gott Saturn gewidmet war. Diese Statue zertrümmerte der gute Vigilius. Logischerweise zog dies den Zorn der Bevölkerung auf sich, welche Vigilius kurzerhand steinigten. Das Altarbild betrachtend sieht man in der Mitte eine Person mit einem Schuh in der erhobenen Hand. Dies ist auf die Legende zurückzuführen, dass Vigilio auch von den Frauen des Dorfes mit deren schweren Holzschuhen beworfen wurde.

Steinigung des Bischofs von Trient

Die Kirche ist auch, wie so viele hier von Ost (Eingang) nach West (Altar) ausgerichtet.

Aussenansicht vom Wendeplatz
Glockenturm Chiesa di San Virgilio
Fenster über dem Eingang

Auf dem Foto oben erkennt man die Bischofszeichen im Fenster.

Chiesa di San Virgilio

In der Kirche gibt es einige Statuen, welche es wert sind erwähnt zu werden. Zuerst natürlich die, des Bischofs von Trient, dem heiligen Vigilius, Schutzpatron der Kirche.

Der Bischof von Trient

Gestaltet wurde der Innenraum maßgeblich von den Brüdern Giovanni und Giuseppe Torricelli aus Lugano.

Dann gibt es eine sehr interessante Marienstatue. Diese Statue ist sehr eng an die Madonna von Lourdes angelehnt. Typisch dafür sind das weiße Gewand und der hellblaue Gürtel.

Maria vom Rosenkranz
Maria vom Rosenkranz

Diese Statue wird jedes Jahr im Oktober durch Gandria getragen. Es wird das Patronatsfest der Jungfrau Maria vom Rosenkranz gefeiert. Jedes Jahr an einem Sonntag, Anfang Oktober, findet dieses Fest statt. Nach der morgendlichen Heiligen Messe werden auf dem Kirchplatz gespendete Gaben versteigert. Nach dem Rosenkranzgebet am Nachmittag tragen dann Männer aus dem Dorf diese Statue durch Gandria. Die engen Gassen und vielen Stufen betrachtend muss man sagen: das ist nix für Fußkranke!

Abschluss bildet dann ein traditionelles gemeinsames Kastanienessen.

Unten der Altar der Kirche.

Altar der Kirche

Es sind noch Antonius von Padua und der heilige Josef als Statuen in der Kirche.

Antonius von Padua
Der heilige Josef

Ansonsten fällt die Kirche dadurch angenehm auf, dass nicht alles auf Hochglanz poliert und perfekt ausgerichtet ist.

Schiefe Bilder

Hier kommt jetzt mein Streben die Realität abzubilden zum Tragen. Ich würde nie – aber wirklich niemals – KI einsetzen um das linke Bild gerade zu rücken! Es war schief und es bleibt schief. Gerade deshalb verwende ich ja Darktable, weil ich genau definieren kann, wieviel KI dort laufen soll. Und zwar lokal laufen soll. Ganz genau gesagt, ich verwende lokale KI in Darktable um Bilder, aufgenommen mit einem hohen ISO-Wert, zu entrauschen. Ansonsten verwende ich keine KI um Fotos zu verändern.

Innerorts

Es ist wie in allen diesen Dörfern, eng und steil. Meine Frau und ich brauchen aus gesundheitlichen Gründen viel Bewegung und so wollen diese Dörfer erkundet werden.

Olivenweg

Man kann auch zu Fuß nach Gandria, entlang des Ufers auf dem sogenannten Olivenweg. Ein herrlicher Panoramaweg etwas höher als der See gelegen!

Weshalb er so heißt ist auch klar, Olivenbäume säumen den Weg. Allerdings, Gandria war früher als Produktionsstätte für Olivenöl bekannt, bis 1709 ein strenger Winter die meisten Bäume eiskalt erwischte. Erst in jüngerer Vergangeheit werden wieder Olivenbäume angebaut.

Olivenbaum

Locanda Gandriese

Das kleine Restaurant Locanda Gandriese wird seit 2017 vom Italiener Davide Crobe geleitet, welcher aus Sardinien stammt. Hier vermischen sich also Aromen und Spezialitäten aus verschieden Regionen. Geht den Olivenweg und wenn ihr in Gandria angekommen seid, geht dort essen. Aber Vorsicht! Das Locanda Gandriese hat nicht immer geöffnet. Abends muss man reservieren. Und sollte man dann zu viel des Weins erwischt haben, das Locanda hat auch ein paar Hotelzimmer.

Locanda Gandriese

Unten, an der Anlegestelle gibt es noch eine Bottega.

La Bottega di Gandria

Gnocchi Fest

In Gandria wissen sie zu feiern. So zum Beispiel das jährliche Gnocchi-Fest im August. Auch im Locanda Gandriese gibt es Gnocchi-Gerichte zur Auswahl.

Man kann auf verschiedene Arten nach Gandria gelangen, es gibt also keine Ausrede für Faule.

  • zu Fuß über den Olivenweg
  • per Bus
  • per Kursschiff
  • per Wassertaxi
Wassertaxi

Das La Bouganville ist ein Take-Away-Cafe, in der späten Saison hat es nur noch am Wochenende geöffnet. Zur Blütezeit der gleichnamigen Pflanze muss das toll anzusehen sein.

La Bouganville

Treppen, Treppen, nix als Treppen.

Es geht steil bergauf
Ach herrjeh……
Malerische Eingangstür
Wohnen am See
Gassen
Marienstatue
Gassen

Gandria ist touristisch nicht überlaufen und in jedem Fall einen Besuch wert!

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