Der Monte Brè ist wohl einer der Hausberge von Lugano und hat eine Höhe von 925m. Lugano selbst liegt ca. auf 271-285m. Auf dem Monte Brè steht ein von unten gut sichtbare Gebäude, das ein Restaurant beherbergt. Dies ist das Ristorante Vetta Monte Brè. Unser Ziel war es Bewegung zu haben und dort Mittag zu essen.
Es gibt ja verschiedene Möglichkeiten, auf diesen Berg zu gelangen. Da die Schweiz aber so genial ist und, wenn man in einem Hotel wohnt, immer die Nahverkehrstickets übernimmt, haben wir den Bus gewählt. Dieses „Ticino-Ticket“ gilt im gesamten Tessin. Diese Vorgehensweise der Schweiz ist genial, wir haben das Auto während des Aufenthalts nicht benutzt.
Das Dorf Brè
Das Dorf Brè ist schon eine Erwähnung wert. Es liegt ca. 140m unterhalb des Monte Brè Gipfels. Das Dorf Brè wird zwar erst 1280 unter diesem Namen erwähnt, es gibt aber Ausgrabungsfunde, die eine Besiedelung zur Vorrömerzeit nahelegen! Mitte des 19. Jahrhunderts setzte auch in Brè eine Art Landflucht ein und viele zog es nach Nord- oder Süd-Amerika.
Das Dorf ist erst seit 1912 einfach zu erreichen, nachdem eine Straße und die Standseilbahn gebaut wurden. Davor war das Dorf nur auf einem Maultierpfad zu erreichen. Der Brunnenplatz von Brè ist ziemlich groß. Dies wird verständlich, wenn man bedenkt, dass das Dorf erst 1950 an die städtische Trinkwasserversorung angeschlossen wurde. Erstaunlich finde ich auch, dass das Dorf bis ca. 1970 dafür bekannt war, dass die Bewohner durch Zigarettenschmuggel ihre Haushaltskassen aufbesserten.
Hier ein frei verfügbares Luftbild aus 1919, aufgenommen von Walter Mittelholzer.

Wenn man genau hinschaut, dann sieht man die bereits gebaute Standseilbahn. Heutzutage ist der Hang mit Häusern zugebaut.
Kunst in Brè
Wenn man durch den Ort läuft begegnet man zahlreichen Kunstwerken. Unter anderem lebte hier der Künstler Wilhelm Schmid, in dessen ehemaligem Wohnhaus auch das Wilhelm Schmid Museum untergebracht ist. Eines seiner umstrittensten Werke ist das La Cena, welches 1946 in der Schweiz von einer Ausstellung entfernt wurde.
Leider waren wir montags in Brè und konnten das Museum somit nicht besichtigen.
Rundweg von Brè zum Restaurant und zurück
Wir hatten uns entschlossen, einen Rundweg von Brè zum Restaurant und zurück nach Brè zu gehen. Der Weg zum Restaurant Vetta Monte Brè war die Straße. Das klingt nicht so prickelnd, allerdings haben wir außer einem Radfahrer niemanden getroffen. Ich war froh, als das Restaurant in Sichtweite kam, mein Blutzucker war bereits auf dem Weg ins Tal.

Ich weiß nicht so recht, was ich zum Restaurant schreiben soll. Die Aussicht war toll. Mir kamen die Servicemitarbeiter allerdings eher unfreundlich vor. Das Essen würde ich als „ganz ok“ bezeichnen. Sprich, ich würde extra für das Essen dort nicht hochfahren.
Die Aussicht
Wie bereits erwähnt, die Aussicht vom Gartenlokal ist toll, das legt ja bereits die Sicht auf das Lokal von Lugano aus nahe.


Meine Meinung, dass die Luftqualität hier nicht sehr gut ist, wurde durch Überprüfung derselben mittels Handy-App bestätigt. Wenn man fast 20 Jahre in China lebt, dann kann man Nebel und Verschmutzung sehr gut unterscheiden.
Zurück ging es dann den Treppenweg über den Aussichtspunkt.

Unterwegs kamen wir an der Marien-Kapelle vorbei.

Auch am zweiten Restaurant dort oben. Trotz der sehr einladenden Schilder habe wir auf einen Besuch verzichtet.


Dass man auf den Fotos überhaupt so viel Hintergrund sieht liegt daran, dass ich die RAW Dateien mit Darktable entwickelt und bearbeitet habe.
Pfarrkirche – Brè Paese (Dorf)
Klar, das Dorf Brè hat eine Kirche und ich komme um keine Kirche rum, ohne reinzuschauen. Die Kirche heißt Santi Fedele e Simone martiri (Märtyrer Fedele und Simon). Ursprünglich war die Kirche mit Altar Richtung Osten ausgerichtet, dies wurde jedoch umgekehrt. Die Kirche hat 2 Seitenschiffe.

Die beiden Seitenschiffe beherbegren zum einen auf der linken Seite die Kapelle der Madonna del Rosario (Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz). Schaut euch mal die Gesichter der Fresken unten an. Sehen die aus, wie in anderen Kirchen? Der Künstler dieser modernen Fresken, war der ungarische Malers József Biró der viele Jahre in Brè lebte und sich für die Gesichter der Fresken von den Dorfbewohnern inspirieren ließ.

Und auf der rechten Seite S. Antonio di Padova (St. Antonius von Padua). Das ist der sogenannte Schlampertoni. Es handelt sich um den Heiligen, der den Gläubigen hilft verlorene Ding wieder zu finden. Auch den verlorenen Glauben. Verliert ein Kind ständig Dinge, bezeichnet man es als „Schlampertoni“.

Ein Namenspatron der Kirche ist der heilige Fidelis von Como. Er war ein römischer Soldat, welcher sich zum Christentum bekannte, sich weigerte den heidnischen Göttern zu opfern und somit umgebracht wurde. Es gibt noch andere Erklärungen, alle laufen aber auf seine Treue zum Christentum hinaus. Fedele heißt auf italienisch „treu“. Er wird oft mit einem Palmzweig oder einer Feder dargestellt.

Eine sehr schöne Marienstatue im rechten Seitenschiff unterhalb des S. Antonios.

Außenansicht der Pfarrkirche um Dorf Brè



